
Auf den ostfriesischen Inseln gibt es keine natürlichen Wälder, außer den sehr kleinen meist krüppeligen und dichten Baumgruppen in einigen Dünentälern.
Das "Wäldchen", wie es die Insulaner liebevoll nennen, ist erst ca. 50 Jahre jung. Vor dem Zweiten Weltkrieg noch ein weites Strandgebiet, ist das Gebiet während der Nazizeit eingedeicht und mit Sand aufgespült worden, weil dort ein Militärflugplatz angelegt wurde. Die Überreste sind heute noch gut zu sehen: der Weg am Wäldchen entlang, vorbei an den Kleingärten führt über die Betonplatten des alten Rollfeldes. Nach dem Krieg wurde die geteerte Oberfläche aufgepflügt und im Oktober 1952 wurden auf Initiative von Karl Schuirmann, dem damaligen Leiter der Langeooger Außenstelle des Bauamtes für Küstenschutz, 35.000 (!) Bäumchen innerhalb von 8 Wochen gepflanzt. Darunter z. B. Schwarzerlen, Birken, Kiefern, Fichten, Pappeln, Eichen und Weißdorn.

Was daraus geworden ist, kannst du heute selbst entdecken, wenn du das Wäldchen auf den kleinen Wegen durchstreifst. Inzwischen hat sich dort ein quirliges Eigenleben entwickelt. Viele neue Bäume sind durch Aussamung gewachsen, es hat sich eine dichte Krautschicht gebildet und der Wald ist das Zuhause vieler Vogelarten geworden. Hier leben neben kleinen Vierbeinern mit langem Schwanz auch große Vierbeiner mit kurzem Schwanz, aber kein einziges Eichhörnchen!