Dünen auf Langeoog

Was wären die Ostfriesischen Inseln ohne Dünen? Sie gehören zum Urlaub auf Langeoog wie Sonne, Wind und Meer.

Doch wie entstehen Dünen eigentlich?

Die Brandung wirft Sand auf den Strand. Der Wind trocknet die obersten Sandschichten des Strandes aus und weht an Hindernissen aus Strandgut kleine Sandzungen zusammen. Rasch werden sie von robusten, einjährigen Pionierpflanzen, deren Samen oder Pflanzenteile im Strandgut liegen, bewachsen und gefestigt. Strandquecke und Meersenf heißen diese "Ersten" (= Pioniere).

Auf einem breiten Strand können daraus mehrere meterhohe Dünen heranwachsen. So ist aus dem Zusammenspiel von Wind, Wasser, Sand und Pflanzen die Langeooger Dünenlandschaft entstanden, wobei die jüngsten Dünen immer am nächsten zum Strand liegen.

Was sich recht schnell aufgebaut hat, kann noch schneller durch Wasser und Wind wieder zerstört werden. Aber noch mehr Risiken lauern hier: Bist du schon mal an einem warmen Sommertag über den Strand gelaufen? Kaum auszuhalten, wie heiß der Sand wird, so dass du dich beeilst, ins kühle Nass zu kommen. Oder bist du schon mal bei starkem Wind am Strand spazierengegangen? Die Sandkörner wirken wie kleine Nadelstiche, wenn sie auf die Haut treffen.

Vor Temperaturunterschieden und "Sandstrahlgebläse" können Pflanzen nicht fliehen. Sie schützen sich aber durch besonders harte Körpergewebe, wachsartige Überzüge oder durch Einrollen der Blätter. Und wenn sie vom Sand verschüttet werden, dann wachsen sie einfach wieder aus dem Sand heraus. Die Pflanzenteile bilden Wurzeln aus und so durchziehen später meterlange Wurzelstränge den Sand, festigen einerseits die Düne und sichern andererseits dem Strandhafer die lebensnotwendige Wasserversorgung aus dem tieferen feuchten Sand.

Wenn der Strand sehr breit ist, kann sich eine neue Dünenreihe vor die bestehende legen. Die alte Düne bekommt dann keinen frischen Sand mehr und wird wesentlich ruhiger. Damit ändert sich alles! Das Salz wird durch Regen ausgewaschen. Der Kalk, der vor allem aus den zerriebenen Muschelresten stammt und ein guter Dünger ist, wird ebenfalls ausgewaschen. Die Düne wird nährstoffärmer. Dadurch können jetzt viel mehr Pflanzenarten den Sand besiedeln. Absterbende Pflanzen verrotten und es bildet sich ein dünne Humusschicht auf dem Boden. Die Oberfläche verändert ihre Farbe und die Weißdüne wandelt sich zur Graudüne!

Aber Achtung...

Um vor allem die Randdünen zu schützen, wandere bitte nur auf den markierten Wegen durch die Dünen. Querfeldeinlaufen ist verboten! Auf dem Weg vom oder zum Strand benutze bitte die Dünenüberwege.

Oft ist schon die Rückseite einer breiten Düne zur Graudüne verändert. Schon von weitem kannst Du den Unterschied sehen. Fahr' doch mal zur Melkhörndüne: Von dort kannst du in den Randdünen viel weißen Sand leuchten sehen, der Bewuchs ist lückenhaft. Die Dünen rund um die Melkhörndüne sind viel dichter bewachsen und auch bereits mit vielen Büschen und Sträuchern wie Sanddorn, Kartoffelrose und Holunder bestanden. Und du kannst noch etwas sehr gut erkennen: Auf der Sonnenseite wachsen vor allem Gräser, Dünenveilchen, Moose und Flechten - helle, graue Farbtöne, auf der Schattenseite Krähenbeere, Sandsegge und Kriechweide - dunkle, grüne Farbtöne.

Die älteste Dünenform ist die Braundüne. Wenn die Nährstoffe weiter ausgewaschen werden bilden sich sogenannte Huminsäuren, die braun sind. Der Bewuchs wird immer karger und die Oberfläche ist dicht mit Moosen und Flechten besetzt. Besonders ausgeprägte Braundünen gibt es an der Willrath-Dreesen-Straße in Richtung Osten kurz vor dem Seedeich auf der rechten Seite.
Die Dünen beherbergen und schützen seltene und gefährdete Tiere und Pflanzen. Und die Dünen schützen den Menschen! Wo eine Schutzdünenkette auf den Inseln und an der Küste vorhanden ist, braucht der Mensch an diesen Stellen keine Deiche zu bauen. Viel höher und breiter als Deiche sind die Dünen. Im Bereich der Schutzdünen - also der Randdünen zur Meerseite hin - ist Küstenschutz lebenswichtig. Hier wird das Werden gefördert und das Vergehen gebremst, z. B. durch Anpflanzung von Strandhafer, auch Helm genannt, oder durch Setzen von Reisighecken.

Die Melkhörndüne

Die Melkhörndüne
Blick von oben

Die Melkhörndüne ist mit fast 20 Metern nicht nur die höchste natürliche Erhebung auf Langeoog, sondern auch eine der höchsten in ganz Ostfriesland. Zwei Treppen führen zur Aussichtsplattform, von der man einen tollen Blick über die ganze Insel bis hin zum Festland und zur Hauptschiffahrtslinie genießen kann.

In Höhe der Melkhörndüne lagen Anfang des 18. Jahrhunderts das Inseldorf und die Kirche.